Berg DM: Thomas Conrad jubelt über seinen ersten Gesamtsieg



Die schmale, enge, kurvenreiche und mit vier Spitzkehren gespickte nur 1,6 km kurze Bergstrecke von Wolsfeld ist eher eine Rallyepiste und viel PS unter Motorhaube sind eher hinderlich. Es gelten hier eigene Gesetze und David kann Goliath bezwingen. So erinnert das Wolsfelder Bergrennen alljährlich, seit 56 Jahren an den DFB-Pokal im Fußball. Keine Frage, die Charakteristik der Bergrennstrecke auf den Wolsfelder Berg ist einzigartig im Kalender der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft. Von der breiten und extrem schnellen Eschdorfer Piste in Luxemburg, wechselte man nun am Pfingstwochenende herüber zum zweiten DM-Lauf des Jahres ins beschauliche Wolsfeld vor den Toren der Bierstadt Bitburg, unweit der Luxemburger Grenze.



Formel 3-Pilot Frank Debruyne vom CR-Racingteam reiste als Leader im DMSB Automobil-Berg-Cup für Sportwagen und Vierter in der Deutschen Bergmeisterschaft in die südliche Eifel. Der Badische Dallara-Fahrer war von den „Buchmachern“ zum Favoriten auf den Gesamtsieg erkoren worden, doch im Laufe des Trainings meldete auch Sportwagenpilot Thomas Conrad seine Ansprüche an. Nach einem Motorschaden in Eschdorf wurde der 2-Liter Eigenbau-Sportwagen vom Typ CRS MTK 55/7 mit Renault-Triebwerk erst in letzter Minute fertig und das Team aus Schwaben war gespannt ob alles halten würde. Dies war der Fall und mehr noch! Mit einer tollen Performance fuhr Conrad zum ersten Tagessieg seiner Karriere und in allen drei Durchgängen knapp die Bestzeit vor dem Badener Frank Debruyne, der in der Summenwertung am Schluss nur 0,7 Sekunden, wie im Vorjahr hauchdünn seinen ersten Gesamtsieg verpasste. Beide gewannen jeweils ihre Hubraumklassen und kassierten volle Punkte in der Bergmeisterschaft. Sehr zufrieden mit dem erreichten dritten Podiumsrang zeigte sich der junge Georg Lang, der seinen Tatuus Formel Renault nach einem Crash beim DM-Finale 2017 über den Winter neu aufbauen musste und die Gelegenheit nutzte um eine Evolutionsstufe zu zünden.

In den zahlreichen Hubraumklassen kristallisieren sich langsam die Favoriten im Rennen um den Titel des Deutschen Bergmeisters 2018 heraus. In der Gruppe A / F / CTC verlor in der Klasse bis 1600 ccm Markus Fink im Citroen C2 nach seinem Ausfall an Boden. Gastfahrer Thomas Krüger im Honda Civic gewann. Boden gut machen konnte dagegen der Saarländer Kai Neu mit seinem Sieg in der 2-Liter-Klasse im Ford Focus ST. Eschdorf-Sieger und BMW-Pilot Ralf Orth, Papa von Patrick, schaffte an seinem Hausberg nur Rang vier hinter Markus Goldbach und dem amtierenden Deutschen Meister Björn Wiebe (beide Renault Megane), der dieses Jahr nur sporadisch zu den Bergrennen kommen wird. Über 2.000 ccm feierte ex-Europameister Roland Wanek seinen zweiten Klassensieg der Saison.



Kommen wir zu den restlichen E1-Spezialtourenwagen-Klassen: Zweiventiler-Sieg durch Tobias Stegmann im 1.150 ccm VW Polo 8V vor Schwiegervater Bernd Deutsch und Jürgen Schneider. Bis 1.400 ccm gewann Hans-Peter Eller im VW Scirocco deutlich vor dem Bergmeister von 2016, Armin Ebenhöh im VW Polo 16V. Ebenfalls seinen zweiten Saisonsieg gelang dem Allgäuer Günter Göser auf Opel Kadett C 16V in der großen Hubraumklasse über 2.000 ccm.

Weiter dreht sich das Karussell in der Berg DM am 09./10. Juni beim Berg-EM-Lauf in Bad Liebenstein am Glasbach in Thüringen, wo die geballte internationale Konkurrenz auf die einheimischen Bergspezialisten wartet.

ERGEBNISSE
56. Wolsfelder ADAC / EMSC Bergrennen

Weitere Informationen:
www.emsc-bitburg.de

 

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