DMSB ermöglicht noch bessere Ausbildung für Marshals an der Nordschleife

Die Streckensicherheit an der Nordschleife als längste Rennstrecke der Welt hat ihre eigenen Regeln. Das wissen nicht zuletzt die zahlreichen Sportwarte der Streckensicherung (SdS), die bei Veranstaltungen in der „Grünen Hölle“ im Einsatz sind. Ihre Ausbildung auf einen einheitlichen Top-Standard zu bringen, ist das Ziel eines neuen Projektes, das der DMSB vorantreibt. Gemeinsam mit Veranstaltern, Rennstrecke und Anbietern der Sportwarteschulungen gab es nun eine Pilotveranstaltung am Nürburgring, bei der das neue Konzept erprobt wurde und die ersten Teilnehmer bereits zertifiziert werden konnten: Sie haben nun nicht nur die „Marshal Permit Nordschleife“ in der Hand, sondern auch einen der neuen Schutzhelme, die in Zukunft jedem erfolgreichen Teilnehmer der Schulung vom DMSB zur Verfügung gestellt werden.

Kernidee des nun erstmals in der Praxis erprobten SdS-Projektes ist, auf freiwilliger und für die Sportwarte kostenloser Basis eine spezialisierte Zusatzqualifikation für die Nordschleife anzubieten. Wer die zweiteilige Schulung erfolgreich abgeschlossen hat, ist noch einmal besser auf die Herausforderungen der Nordschleife vorbereitet. Im Rahmen der Pilotveranstaltung kamen Abschnittsleiter mit Vertretern von Marshalclubs, Lehrgangsanbietern sowie DMSB- und Nürburgringmitarbeitern zusammen, um das Konzept zu testen. In der ersten Stufe hatten die Teilnehmer dabei ein spezialisiertes E-Learning absolviert, in das unter anderem die umfangreichen Erfahrungen und vorhandenen Schulungsmaterialien für die DPN für Rennfahrer einflossen. Am Nürburgring stand nun als zweite Stufe die Präsenzveranstaltung mit abschließendem Test auf dem Programm. Im Gegensatz zur Fahrer-DPN soll die „Marshal Permit Nordschleife“ künftig nur für Abschnittsleiter obligatorisch sein. Eine entsprechende Lizenzkarte bestätigt die Zusatzqualifikation. Zum noch besseren Eigenschutz erhalten erfolgreiche Absolventen außerdem als Dankeschön einen von der DMSB-Hilfskasse finanzierten Schutzhelm, der sie als besonders qualifizierten SdS für die Nordschleife kenntlich macht.

Pilotveranstaltung mit „Aha-Effekt“ im Manthey-Porsche
Im Mittelpunkt der Präsenzveranstaltung am Nürburgring standen verschiedene Lernmodule, in denen die Signalgebung mit Gelben Flaggen und Code-60-Signalen ebenso besprochen wurden, wie Hinweise zu eigener Sicherheit und eigenem Verhalten. Außerdem stand vor dem Abschlusstest noch ein Modul zum Thema Funk-Kommunikation im Lehrplan. Wichtige Erkenntnisse brachten die vor Ort aufgestellten Fahrzeuge für die Teilnehmer. Neben dem Einsatzwagen der E-Unit war es vor allem der als „Grello“ bekannte Manthey-Porsche 911, der das Interesse weckte: Hier konnte mit Hilfe eines kompetenten Teammitgliedes das Sicherheitskonzept des Fahrzeugs erläutert werden, und die Teilnehmer erhielten sogar die Möglichkeit zum „Probesitzen“. Letzteres hatte ganz praktische Gründe, denn so konnte ein ganz eigener Eindruck erhalten werden, wie eingeschränkt das Sichtfeld eines Rennfahrers sein kann – ein wichtiger „Aha-Effekt“ für alle Beteiligten, der mit der Hilfe des traditionsreichen Rennteams vermittelt werden konnte.

Ab dem kommenden Jahr können Schulungen absolviert werden
Da bei der Schulung am Nürburgring zahlreiche erfahrene Experten für die Streckensicherheit an der Nordschleife zusammenkamen, konnten die Entwickler des Kurskonzeptes auch wertvolles Feedback einholen. Beide Ausbildungsphasen wurden dabei noch einmal unter die Lupe genommen, und auf diese Weise Verbesserungsvorschläge für das E-Learning und die Präsenzveranstaltung erarbeitet. Sie werden nun in das Ausbildungsprogramm der DMSB Academy eingearbeitet, das dann ab der im Herbst beginnenden neuen Ausbildungsperiode angeboten wird.

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