DMSB-Strukturreform stärkt die Rolle der aktiven Motorsportler

Aktive Sportler und Organisatoren von Motorsport-Veranstaltungen sollen künftig sehr viel mehr in die Ausgestaltung ihrer jeweiligen Disziplin eingebunden werden. Das ist das Ziel einer Strukturreform, die das DMSB-Präsidium derzeit auf den Weg bringt. Im Jahr des 20. Jubiläums des Motorsport-Spitzenverbandes wird es damit die bislang größte Überarbeitung in Aufbau und Funktionsweise des DMSB geben.

Ansatzpunkte der Neuregelungen sind die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Exekutivkomitees sowie der Fachausschüsse im Motorrad- und Automobilsport. Darüber hinaus werden gewählte Vertreter der Veranstalter und Fahrer dafür sorgen, dass die Wünsche der aktiven Motorsportler in den Fachausschüssen noch stärker berücksichtigt werden. Das Wahlrecht wird dabei komfortabel über ein Online-Voting durchgeführt. Mit Beginn der Lizenzbeantragung für das Jahr 2017 bzw. mit dem nächsten Log-in als Veranstalter auf dem DMSB-Lizenznehmerportal mein.DMSB.de werden ab Ende Dezember 2016 die entsprechenden Menüpunkte neu hinzukommen.

Aktive Motorsportler werden in Fachausschüsse gewählt
Jeder Fahrer, der ab Ende Dezember 2016 seine Lizenz für das kommende Jahr beantragen möchte, wird beim Log-in auf dem Lizenznehmerportal des DMSB auf sein Wahlrecht hingewiesen. Da jeder Fahrer nur in einer einzigen Disziplin abstimmen oder sich zur Wahl stellen lassen kann, wird es dabei erstmals eine Zuordnung zu einer bestimmten Motorsportdisziplin geben (was natürlich nicht heißt, dass Lizenznehmer nicht nach wie vor in verschiedenen Disziplinen antreten können). Anschließend ist die Wahl eröffnet: Bis Ende März 2017 können sich interessierte Aktive als Kandidat aufstellen lassen, die Wahl der Fahrervertreter läuft danach bis Ende April. Sie bilden eine der tragenden Säulen der neuen Fachausschuss-Zusammensetzung. Denn statt der bislang üblichen Berufung von Mitgliedern durch das DMSB-Präsidium werden in Zukunft die aktiven Motorsportler das Wort haben. Neben je einem Fahrervertreter werden in jeden Fachausschuss auch zwei Vertreter der Veranstalter aus der jeweiligen Disziplin sitzen. Ergänzt werden sie durch je einen Vertreter der DMSB-Trägervereine ADAC, AvD und DMV. Die Möglichkeit, Fachberater ohne Stimmrecht zu berufen, sorgt für zusätzliches Know-how. Bei Jugendthemen sitzt außerdem ein Vertreter der dmsj (deutsche motor sport jugend) mit am Tisch, der ebenfalls stimmberechtigt ist.

„Die neue politische Struktur ist das Ergebnis einer ganzen Reihe von Gesprächen mit Aktiven und wichtigen Entscheidungsträgern – etwa aus den Landesmotorsport-Fachverbänden“, erläutert DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck. „Wir sind überzeugt, dass die stärkere Einbindung und die besseren Mitgestaltungsmöglichkeiten der Aktiven einen konstruktiven Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Motorsports leisten können. Ich erhoffe mir davon auch, dass Fahrer und Veranstalter den DMSB noch besser als »ihren« Verband wahrnehmen.“

Exekutivkomitee wird aufgeteilt
Beschlüsse, die die Fachausschüsse nicht selbstständig fassen können – zum Beispiel, weil sie Disziplin-übergreifende Bedeutung hätten–, werden auch weiterhin im DMSB-Exekutivkomitee abgestimmt. Auch dieses zentrale Gremium wird in seiner Zusammensetzung geändert. Statt eines einzelnen Exekutivkomitees wird die sachliche Arbeit in Zukunft in einem geteilten Gremium stattfinden. Im Automobil- bzw. Motorrad-Exekutivkomitee sind neben dem zuständigen DMSB-Präsidiumsmitglied je drei Vertreter der DMSB-Trägervereine ADAC, AvD und DMV und der Landesmotorsport-Fachverbände (LMFV) sowie je ein Mitglied aus der Gruppe der sonstigen Motorsportverbände und der sonstigen Mitglieder vertreten. Außerdem werden der DMSB-Sportdirektor oder der Leiter Automobil- bzw. Motorradsport mit Sitz und Stimme dabei sein. Nicht stimmberechtigt sind die Vertreter der Fachausschüsse. Sie sitzen als fachliche Berater mit am Tisch, bereiten die Beschlussvorlagen vor und haben die Gelegenheit, sie im Gremium vorzustellen und zu erläutern. Die Besonderheit: Die Sitzung der getrennten Exekutivkomitees wird eingerahmt von einer Sitzung beider Gremien. In ihr werden wichtige Beschlüsse gefasst, die sowohl den Automobil- als auch den Motorradsport betreffen.

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