Eisspeedway-WM: Weltmeister Koltakov dominiert auch in Inzell

Nur einen Punkt gab Weltmeister Dmitry Koltakov in Inzell beim vierten von insgesamt fünf Finals zur FIM-Eisspeedway-WM gegen seinen Landsmann Daniil Ivanov ab. Es war der fünfte Zähler insgesamt beim achten von zehn Grand Prix. Aus deutscher Sicht erlebten die knapp 11.000 Zuschauer an zwei Renntagen vor allem einen prächtig aufgelegten Hans Weber. Seinem neunten Platz am Samstag ließ der DMSB-Pilot am Sonntag den Semifinaleinzug folgen. Am Ende reichte es für ihn für Platz sieben in der Tageswertung.

Vor den letzten beiden Grand Prix der Saison hat Koltakov einen Vorsprung von 33 Punkten. Und sicherlich wird der Mann aus Ufa im niederländischen Heerenveen (7. – 8. April) nur noch wenige Läufe brauchen, um die Weltmeisterschaftskrone zu verteidigen. Denn Koltakov fuhr auch in Inzell wie von einem anderen Stern. Egal von welcher Startposition aus – der Russe war einfach nicht zu stoppen, gewann beide Grand Prix und baute seinen Vorsprung in der WM weiter aus. Nur Landsmann Ivanov nahm ihm am Samstag im ersten Durchgang ein Pünktchen ab. Dann aber war Schluss mit lustig und Koltakov setzte seine Siegesserie fort.

Interessant war neben der souveränen Leistung des Titelverteidigers auch der Fight dahinter: Daniil Ivanov und wird Dmitry Khomitsevich waren die Hauptdarsteller im Kampf um die Silbermedaille. Und dann war da noch der Schwede Martin Haarahiltunen, der als WM-Debütant schon die gesamte Saison über das Feld aufmischt. Auch in Inzell schaffte es Haarahiltunen zwei Mal ins Finale der vier Besten. Wenn auch nicht auf dem Podest, so festigte der Schwede doch seinen vierten WM-Gesamtrang – und freute sich über die Tatsache, dass er der Beste WM-Fahrer hinter dem führenden Trio aus Russland ist.

Vier Piloten teilten sich in Inzell die Podestplätze. Holte sich am Samstag Daniil Ivanov den Platz hinter dem Seriensieger und vor seinem schärfsten Konkurrenten Dmitry Khomitsevich, drehte sich am Sonntag der Spieß. Ivanov scheiterte im Semifinale. Dinar Valeev nutzte Ivanovs kurze Unachtsamkeit, zog an ihm vorbei und „erarbeitete“ sich seinerseits den Finaleinzug. Hinter Koltakov und Khomitsevich wurde er am Sonntag Dritter.

DMSB-Pilot Hans Weber verspielte am Samstag seine Chance auf das Semifinale mit seinem „Ritt“ in die Ballen und der anschließenden Disqualifikation. Dafür wird der 33-jährige Weber aber schon bald ein anderes Lebensziel erreichen, nämlich den Ehehafen. Jedenfalls sagte Freundin Sophie „Ja“, nachdem er ihr nach seinem letzten Lauf am Samstag einen Hochzeitsantrag vor voller Kulisse machte.

Und das Heiratsversprechen schien ihn zu beflügeln. Denn am Sonntag absolvierte Weber fünf Läufe sturz- und disqualifikationsfreie Heats und fuhr sogar einen Laufsieg ein. Der Bayer schaffte seinen ersten Halbfinaleinzug überhaupt. Auch wenn er dort Endstation für ihn war, war Weber mehr als zufrieden – und mit ihm das Inzeller Publikum. Günther Bauer hatte schon am Samstag nicht seinen besten Tag und überdies technische Probleme. Am Sonntag kam es noch dicker: Ein Sturz im ersten Lauf bedeutete das frühe Aus. Stefan Pletschacher holte seinen einzigen Punkt über beide Tage erst im Rerun des letzten Laufes am Sonntag, als Reservefahrer Max Niedermaier bereits nach einem selbst verschuldeten Sturz disqualifiziert war.

ERGEBNISSE
LUKOIL FIM Ice Speedway Gladiators World Championship, Finale 4 – Inzell

Weitere Informationen:
www.eisspeedway-inzell.de

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