Erik Riss ist Langbahn-Weltmeister

Mit einem zweiten Platz beim Langbahn-WM-Finallauf in Mühldorf holte Erik Riss den Titel. Der frisch gebackene Langbahn-Weltmeister aus Bad Wurzach ist damit gleichzeitig auch für die Weltmeisterschaft 2015 qualifiziert. Mit ihm sind es auch die DMSB-Piloten Stephan Katt, Jörg Tebbe und Martin Smolinski.

Erik Riss holte sich in seinem ersten WM-Jahr und seinem erst zweiten Jahr auf internationaler Ebene im bayrischen Mühldorf/Inn auf Anhieb den Titel. Beim vierten WM-Lauf der Saison wurde der erst 19-jährige DMSB-Pilot GP-Zweiter, sicherte sich aber die meisten WM-Punkte und überholte damit im Klassement die bis dato Führenden Jannick de Jong (NED) und Mathieu Trésarrieu (FRA).

Es war ein Krimi, der – aus deutscher Sicht – kaum ein besseres Ende hätten finden können. Entspannt wollte Riss den finalenShowdown angehen. Zu verlieren hatte der WM-Neuling nichts: Immerhin konnte er 2014 schon die Deutsche Langbahnmeisterschaft für sich verbuchen und war Mitglied des deutschen Nationalteams, das sich im Mannschafts-Wettbewerb in Finnland erneut die Goldmedaille sicherte. Selbst ein Podestplatz hätte einen Riesenerfolg für den Rookie bedeutet.

Riss aber wollte mehr. „Ich will Weltmeister werden“ hatte er schon nach den ersten beiden Grand Prix in Herxheim/Pfalz und Marmande/Frankreich erklärt. Zu diesem Zeitpunkt standen zwei dritte Plätze und ein zweiter Rang im Gesamtklassement zu Buche. Dann aber folgte der Grand Prix von Morizes. Erstmals in der laufenden WM-Saison schaffte es der Sohn von Rekord-Weltmeister Gerd Riss nicht in den Finallauf der besten Fünf und vergab wertvolle Punkte. „Ich war einfach zu verbissen“, sagte Erik Riss nach Grand Prix Nummer drei. Fünf Punkte trennten ihn fortan also vom Führenden, drei von Platz zwei.

In Mühldorf legte er nun eine fulminante Aufholjagd an den Tag. Im ersten Vorlauf hatte der Bad Wurzacher Gymnasiast noch das Nachsehen gegen Jannick de Jong. Danach sah der Niederländer nur noch Riss‘ Hinterrad. An Spannung war der Grand Prix zu Mühldorf kaum zu überbieten. Riss siegte und siegte, während die Konkurrenz mehr und mehr strauchelte. 66 WM-Punkte zu 66 WM-Punkte stand das Duell nach Vorlauf vier. Nach Abschluss der Vorläufe führte der Allgäuer mit einem Punkt. Das Halbfinale, in dem Jannick de Jong direkt mit Riss am Startband stand, gewann der deutsche WM-Neuling souverän. Aber noch konnte der Endlauf über Gold und Silber entscheiden.
Riss gelang ein guter Start. Kurz sah es nach Führung seinerseits aus. Doch dann kam Joonas Kylmäkorpi. Der in diesem Jahr mit schwedischer Lizenz startende Finne zog auf und davon. Hinter Riss hatte sich der mit Wildcard ausgestattete Martin Smolinski eingereiht. De Jong wurde Letzter. „Ich war einfach nicht schnell genug heute“, erklärte de Jong, der zu Riss‘ ersten Gratulanten überhaupt gehörte und den Erfolg des 19-Jährigen neidlos und sportlich fair anerkannte: „Ich habe einen Riesenrespekt vor ihm.“
„Das ganze Rennen über habe ich versucht, auszublenden, um was es geht“, sagte ein strahlender  Erik Riss auf dem Siegespodest: „Ich wollte mein eigenes Rennen fahren, von Lauf zu Lauf denken, mich auf mich und nicht auf andere konzentrieren.“ Der Plan ging auf, der WM-Titel war Lohn der Mühen: „Ich kann das noch gar nicht so richtig begreifen!“

Neben Riss als Weltmeister ist auch Stephan Katt als Sechstplatzierter direkt für die Langbahn-Weltmeisterschaft 2015 qualifiziert. Neben Riss und Katt schafften Jörg Tebbe und Martin Smolinski mit den Plätzen zwei und drei beim WM-Challenge in Marienbad ebenfalls die WM-Hürde für das kommende Jahr. Offen ist derzeit noch, wer sich zu den acht aus der aktuellen Weltmeisterschaft Qualifizierten und den drei Challenge-Qualifikanten ins 15er-WM-Feld des kommenden Jahres gesellt. Die Wildcards werden vom Weltverband FIM vergeben.

PUNKTE
WM-Endstand nach 4 Läufen:

1. Erik Riss (GER), 77 Punkte, 2. Jannick de Jong (NED) 72, 3. Joonas Kylmäkorpi (SWE), 66, 4. Richard Hall (GBR), 65, 5. Mathieu Trésarrieu (F) 64, 6. Stephan Katt (GER), 52, 7. Stéphane Trésarrieu (FRA), 44, 8. Dirk Fabriek (NED), 40. 9. Jörg Tebbe (GER), 35, 10. Josef Franc (CZE) 32, 11. Theo Pijper (NED), 31, 12. David Howe (GBR), 29, 13. Andrew Appleton (GBR), 28, 14. Martin Smolinski (GER), 20, 15. Cameron Woodward (AUS), 12, 16. Aki Pekka Mustonen (FIN), 12, 17. Richard Speiser (GER), 12, 18. Glen Phillips (GBR), 10, 19. Matthias Kröger (GER), 8, 20. Bernd Diener (GER), 5.

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