Langbahn-Team-WM: Frankreich gewinnt Gold, Deutschland holt Bronze

Bis zum Semifinale war Deutschland das dominierende Team der Langbahn-Team-Weltmeisterschaft in Vechta. Dort traf die Mannschaft von Teammanager Josef Hukelmann auf Tschechien, das man im Vorlauf mit einem maximal möglichen 12:3 noch bestens unter Kontrolle hatte. Im Semifinale wendete sich das Blatt. Mit einem 9:6 behielten die östlichen Nachbarn die Oberhand gegenüber dem DMSB-Team, fuhren sich ins Finale und verbannten die Deutschen auf Rang drei. Im Finale gewann schließlich Titelverteidiger Frankreich mit einem 8:6 die Team-Weltmeisterschaft 2019.

„Das System hat gegen uns gearbeitet“, sagte Teamkapitän Martin Smolinski nach der Langbahn-Team-WM. Dabei lief vor gut 5.000 Zuschauern zunächst alles nach Plan für den Olchinger und seine Teamkollegen Lukas Fienhage (Lohne) und Max Dilger (Lahr). Ein 12:3 erzielten die Deutschen gegen Tschechien, ein 8:6 gegen die Franzosen und ein 11:4 gegen die Niederländer. Es folgten ein 9:6 gegen die Briten und ein 12:3 gegen die Schweden. Deutschland führte nach den Vorläufen im Reiterwaldstadion Vechta das Feld mit 53 Punkten klar und deutlich an. Kein Duell wurde verloren.

47 Punkte hatten zu jenem Zeitpunkt die Franzosen, 41 Großbritannien und gerade einmal 38 Zähler Tschechien. Die seit diesem Jahr geltende Regel besagt, dass in den beiden Semifinalläufen der Führende gegen den viertbesten zu bestehen hat, der Zweitplatzierte gegen den Dritten. Was auf dem Papier aussah, als sei es ein kleiner Zwischenschritt ins Finale, erwies sich als nicht lösbare Aufgabe.

Lukas Fienhage fuhr vorne weg und brachte den Sieg auch jubelnd über die Ziellinie. Noch aber wusste der 20-Jährige aus Lohne nicht, dass hinter ihm nicht seine Teamkollegen Martin Smolinski und Max Dilger lagen, sondern Josef Franc, Hynek Stichauer und Martin Malek. Erst danach folgten Smolinski und Dilger. „Wir hatten uns für die Startplätze eins, drei und fünf entschieden. Ich habe mit weiß bewusst den schlechtesten Platz genommen, von dem aus am Samstag kein einziger Lauf gewonnen wurde“, sagte Teamkapitän Smolinski: „Das war der Genickbruch. Ich kam nicht aus dem Start raus, war zunächst sogar Letzter und fand keinen Weg nach vorne.“ Die auch mit Reservist Jörg Tebbe abgesprochene Taktik, mit demselben Team wie in den Vorläufen auch im Halbfinale anzutreten und unbedingt auf einen Laufsieg zu fahren, ging somit laut Teammanager Jupp Hukelmann (Werlte) nicht auf: „Im vergangenen Jahr haben wir Bronze gewonnen, dieses Jahr Gold verloren. So ist es eben im Sport.“

Die Tschechen sicherten sich mit den Rängen zwei bis vier gegen die Deutschen im Semi den Finallauf, den es schließlich gegen Frankreich zu bestreiten galt. Im zweiten Semifinale zeichnete sich für die Briten ein ähnliches Szenarium wie für Deutschland ab: Auch sie schafften es trotz eines Laufsiegs von Chris Harris nicht, sich für den Endlauf zu qualifizieren. Den Franzosen genügten ebenfalls die Ränge zwei bis vier von Matthieu Trésarrieu, David Bellego und Dimitri Bergé.

Im spannenden und von Positionswechseln geprägten Finale sah Trésarrieu vor Franc, Berge. Stichauer, Malek und Bellego als Erster die schwarz-weiß karierte Flagge, was ein 8:6 und die Titelverteidigung bedeutete. Auch die Tschechen konnten sich freuen: Vizeweltmeister sind sie erstmals überhaupt geworden.


ERGEBNIS
Langbahn-Team-WM, Vechta
1. Frankreich, 64 Punkte und Sieg im Finale (Matthieu Trésarrieu, 25; Dimitri Bergé, 24; David Bellego, 15; Stéphane Tresarrieu kein Einsatz)

2. Tschechien, 54 Punkte und 2. Platz im Finale (Josef Franc, 24; Martin Malek, 11; Hynek Stichauer, 19; Michal Skurla kein Einsatz)

3. Deutschland, 59 Punkte, ausgeschieden im Semifinale (Martin Smolinski, 24; Lukas Fienhage, 24; Max Dilger, 11; Jörg Tebbe kein Einsatz)

4. Großbritannien, 47 Punkte, ausgeschieden im Semifinale (Chris Harris, 19; Zach Wajtknecht, 16; Edward Kennett, 12; Paul Cooper kein Einsatz)

5. Niederlande, 27 Punkte (Theo Pijper, 11; Henry van der Steen, 3; Dave Meijerink, 10; Lars Zandvliet, 3)

6. Schweden, 18 Punkte (Sebastian Aldén, 6; Tomas Jonasson, 5; Joel Anderson, 6; Andreas Bergström, 1).

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